Dienstag, 27. Juli 2010
Erste Schritte mit Erasmus


Wenn man mit dem Erasmus-Mobilitätsprogramm im Ausland studieren möchte, hat man einige bürokratische Hürden zu überwinden. Ich werde hier den Ablauf meiner Bewerbung schildern und speziell auf meine Situation, also von der Uni Salzburg kommend nach Bordeaux 3 gehend, eingehen, aber auch allgemeine Informationen für andere Austauschstudierende bereitstellen.


Wer als Student ins Ausland möchte, muss sich erst einmal für ein Land und ein Programm entscheiden. Erasmus ist die typische Wahl für ein Auslandssemester oder –jahr in der EU (genauer gesagt, die 27 Mitgliedsstaaten plus Island, Norwegen und Kroatien). Auf weitere Programme, wie etwa Joint-Study oder ISEP, gehe ich hier nicht näher ein, es sei nur gesagt, dass sie existieren.

Im Rahmen von Erasmus schließen Universitäten Abkommen über den Austausch von Studenten, das heißt, dass man nicht von jeder Universität zu jeder beliebigen anderen Universität gehen kann und dass es ein bestimmtes Platzkontingent gibt. Darum ist es auch ratsam, sich möglichst bald zu erkundigen und zu bewerben, wenn man weiß, dass die gewünschte Uni beliebt ist.


Um herauszufinden, welche Möglichkeiten es für Frankreich gibt, habe ich die Liste der Partnerunis der Uni Salzburg konsultiert:
Die aktuelle Liste ist auf der Uni-Homepage in der Rubrik „Studieren im Ausland“ – „Erasmus Studierende“ unter dem Link „Erasmus Studienplätze 2010/2011 und Links zu den Partnerunis“ als Excel-Datei abrufbar. Die Partnerunis sind hierbei den Fachbereichen zugeordnet und man findet den jeweiligen Ansprechpartner in Salzburg, die maximale Anzahl an Outgoing-Studenten (also Studenten, die pro Semester oder Jahr an eine bestimmte Partneruni dürfen) sowie die Anzahl der Monate, für die sie dort bleiben dürfen.

Zwei Hinweise dazu:

1. Die Monatsangaben sind eher als Richtwerte zu verstehen – 10 Monate können bedeuten, dass man für ein ganzes Studienjahr an die Uni darf oder auch kürzer und vielleicht dauert das Studienjahr dann auch nur 9 Monate. In jedem Fall sollte man den Ansprechpartner kontaktieren und die Monatsangaben nicht unbedingt als feststehende Größen annehmen.

2. Zwar sind die Unis einzelnen Fachbereichen zugeordnet, aber wenn man z.B. als Romanist an eine Mathematik-Uni möchte, sollte man sich nicht scheuen zu fragen, vielleicht sind ja noch Plätze frei und es lässt sich etwas machen.


Ist die Uni gefunden, teilt sich der Bewerbungsprozess in zwei Äste auf: Einmal die Bewerbung an der Gastuni, einmal die Erasmus-Bewerbung.

Dazu noch der Link mit Informationen zum Erasmus-Programm, die nicht nur für Salzburger Studierende interessant sind: Erasmus Studierende

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Die Erasmus-Bewerbung


Das Bewerbungsformular (hier zu finden) enthält u.a. eine Checkliste, was alles vor, während und nach dem Aufenthalt zu erledigen ist. Dennoch möchte ich die Ausführungen ergänzen bzw. klären.

Zunächst nimmt man mit dem Koordinator an der Heimatuni Kontakt auf und sobald man dessen mündliche Zusage für einen Studienplatz hat, kann man sich ans Ausfüllen des Erasmus-Bewerbungsformulars machen – und sollte vorher gut die Erläuterungen durchlesen!

Zum Beispiel muss man für 2010/11 am ersten Blatt in der Spalte „ECTS“ „yes“ oder „no“ ankreuzen. Damit ist gemeint, ob man seine Studienleistungen als ECTS oder als Semesterstunden gezählt haben möchte. Bei einem Aufenthalt von 6-10 Monaten ist beispielsweise eine Mindeststudienleistung von 12 SSt. zu erbringen (6 SSt. bei bis zu 5 Monaten, 18 SSt. bei 11-12 Monaten) oder aber man hat pro Monat 3 ECTS vorzuweisen. Worin die Vor- und Nachteile der beiden Alternativen bestehen, konnte man mir noch nicht erklären, es hängt vielleicht von der „ECTS-Freigiebigkeit“ der Gastuni ab (z.B. bekam ich in Bordeaux für Vorlesungen immer 3 ECTS, während es in Salzburg oft nur 2 Credits sind). Ich habe mich jedenfalls für die Semesterstunden entschieden, aber auf den Learning Agreements trotzdem die ECTS angeführt.

Wenn man die genaue Dauer des Aufenthaltes noch nicht weiß, muss man die Formulare trotzdem schon ausfüllen, kann aber im Nachhinein Änderungen dem Büro für Internationale Beziehungen bzw. dem zuständigen Erasmus-Referat mitteilen. Zu beachten: Ein Monat gilt erst dann, wenn man mindestens bis zum 16. des Monats an der Gastuni verblieben ist. Vorbereitende Sprachkurse zählen nicht zum Erasmussemester.

Zum Learning Agreement gibt es einen eigenen Beitrag.

Hat man alles ausgefüllt, geht es ans Unterschriften Sammeln: Der Ansprechpartner an der Heimatuni unterschreibt als „Koordinator“ und der CK-Vorsitzende (CK = Curricularkommission) signiert alles, was mit Anrechnungen zu tun hat, sprich Studienprogramm bzw. Learning Agreement.

Die ausgefüllten und unterschriebenen Formulare sind fristgerecht im Büro für Internationale Beziehungen abzugeben. Dieses ist in Salzburg hier zu finden.

Die aktuellen Fristen, Ansprechpartner und Hinweise stehen im Erasmus-Bewerbungsformular, daher gut durchlesen!

Wer Anspruch auf Studienbeihilfe hat, wendet sich an die Studienbeihilfenbehörde bzw. an seine Stipendienstelle, um einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Nicht vergessen: Auch wenn keine Studiengebühren fällig werden, ist doch der ÖH-Beitrag während der im Ausland absolvierten Semester zu bezahlen, ansonsten wird man exmatrikuliert!

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Das Learning Agreement


Vorgeschlagenes Studienprogramm/Learning Agreement:

Hier sind die Kurse einzutragen, die man an der Gastuni absolvieren möchte, d.h. man muss sich im Vorhinein über das dortige Studienangebot informieren. Dabei können einem der zuständige Koordinator oder insbesondere die Webseite der Gastuni hilfreich sein.

Der Link zum Studienangebot von Bordeaux 3: http://www.u-bordeaux3.fr/fr/formations/offre_de_formation.html

Dazu ein Hinweis: Die Franzosen sagen zwar auch „Master“, aber „Bachelor“ heißt hier „Licence“.

Es ist nicht schlimm, wenn man nicht genau weiß, was man aussuchen soll, denn man kann Lehrveranstaltungen aus dem ganzen Angebot wählen. Genauere Informationen erhält man dann vor Ort (bei Ankunft im Herbst gibt es eine Orientierungswoche, sonst wendet man sich an den zuständigen Erasmus-Koordinator, in meinem Fall Mme Laugier) und kann sein Programm noch ändern – dafür gibt es das „Changes to originally proposed study programme“-Formular.

Wer im Ausland eine Diplomarbeit, Dissertation oder Masterarbeit schreiben möchte, hat die entsprechenden Formulare zu verwenden.


Auf dem Learning Agreement werden gleich vier Unterschriften verlangt:

- Sending Institution – Departmental Coordinator: CK-Vorsitzender der Heimatuni
- Sending Institution – Institutional Coordinator: Büro für Internationale Beziehungen der Heimatuni
- Receiving Institution – Departmental Coordinator: CK-Vorsitzender oder Koordinator der Gastuni; in Bordeaux 3 ist das für Studenten aus Salzburg Mme Laugier
- Receiving Institution – Institutional Coordinator: Büro für Internationale Beziehungen der Gastuni; in Bordeaux 3 das Bureau des Relations Internationales


Man lässt also zuhause alles unterschreiben bis auf die Felder für die Receiving Institution, darum kümmert man sich, sobald man an der Gastuni ist und hat einen Monat Zeit, das Learning Agreement und eventuelle Änderungen an die Heimatuni zu faxen.
In meinem Fall hat dies das Bureau des Relations Internationales übernommen und ich kann aus Erfahrung sagen, dass es ratsam ist, mit Nachdruck auf dem rechtzeitigen Zufaxen zu bestehen bzw. nachzufragen.

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Vor dem Erasmus-Aufenthalt


Sobald die Bewerbung akzeptiert wurde, erhält man ein Registrierungsmail für Erasmus Online. Nach dem Einloggen sollte man seine Daten kontrollieren bzw. aktualisieren. Zum Beispiel sind die Kontodaten anzugeben, um das Erasmus-Stipendium zu erhalten.

Wenn alles vollständig ausgefüllt wurde, erhält man ein sogenanntes Zuerkennungsschreiben.
Ab 45 Tagen vor dem Aufenthalt ist in der Online-Datenbank der Vertrag (= „Vereinbarung A“ ohne Studienbeihilfe oder „Vereinbarung C“ mit Studienbeihilfe) abrufbar. Bis zum 24. des Monats vor Beginn des Aufenthaltes ist dieser Vertrag samt Anhang auszudrucken, zu unterschreiben und in zwei Exemplaren an das zuständige Erasmus-Referat zu schicken (wohin genau, sieht man im Mail bzw. im Vertrag), außer man signiert den Vertrag digital.

Danach erhält man 80 % des EU-Zuschusses und die erste nationale Rate, die weiteren nationalen Raten folgen monatsweise oder aber man bekommt sogleich 8o% des gesamten Stipendiums und keine weiteren Raten (bis auf die letzten 20%).

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Während des Erasmus-Aufenthalts und danach


Das Learning Agreement und eventuelle Änderungen sind an der Gastuni bestätigen zu lassen und innerhalb eines Monats an die Heimatuni zu schicken.

Etwa ein Monat vor Ende des Aufenthalts landet ein Mail im Posteingang, um ans Ausfüllen des Online-Studierendenberichts zu erinnern. Dieser dient als Rückmeldung an die Agentur für Lebenslanges Lernen und als Informationsquelle für zukünftige Studierende. Die Berichte sind hier zu finden (die Seite funktioniert nicht in Firefox, aber in Internet Explorer oder Chrome): www.erasmus.at/outgoing

Bis zwei Wochen nach dem Aufenthalt hat man Zeit zum Ausfüllen, ansonsten bleibt einem die letzte Rate des Stipendiums verwehrt. Genauso lang hat man Zeit, um Bestätigungen über den Aufenthalt (zu finden im Vertragsanhang) sowie gegebenenfalls über einen vorbereitenden Sprachkurs oder ein Praktikum vorzulegen.

Danach gilt es, sich um die Anerkennung der Studienleistungen zu kümmern, dazu wendet man sich an den CK-Vorsitzenden und hat dafür zwei Monate Zeit bzw. gibt es eine Herbst-Frist für diejenigen, die erst ab Ende Juni heimkommen.

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Das Erasmus-Prozedere kurz & knapp


Folgendes ist zu tun:

- Gastuni aussuchen, Ansprechpartner an der Heimatuni kontaktieren

- Bewerbung an der Gastuni

- Erasmus-Bewerbungsformular ausdrucken, ausfüllen, unterschreiben

- … und fristgerecht im Büro für Internationale Beziehungen abgeben

- Registrierung in der Erasmus-Online-Datenbank, Daten aktualisieren

- Sobald Zuerkennung erhalten, Vertrag ausdrucken, unterschreiben, ans Erasmus-Referat schicken

- Learning Agreement an der Gastuni bestätigen lassen und an Heimatuni schicken

- eventuelle Änderungen oder Verlängerung bestätigen lassen und an Heimatuni schicken

- Online-Studierendenbericht ausfüllen

- Aufenthaltsbestätigung, ggf. Praktikums- oder Sprachkurs-Bestätigung vorlegen

- Erasmus-Studienleistungen an der Heimatuni anrechnen lassen


Man möge sich auch an der Checkliste im Bewerbungsformular orientieren.

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